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Behandlungsstrategien für den Traubenwickler Für die Behandlung des Traubenwicklers stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Nur in Ausnahmefällen kann gänzlich ohne Traubenwicklerbehandlung Weinbau betrieben werden ( isolierte Lagen ohne Befallsdruck). Bei mäßigem Vorjahrsbefall kann auf eine Behandlung der ersten Traubenwicklergeneration verzichtet werden. Da die zweite Generation jedoch wegen der durch den Raupenfraß verursachten Verletzungen der Beeren, ideale Ausgangspunkte für Pilzinfektionen darstellen, ist eine Bekämpfung meist unverzichtbar. Bei hohem Befallsdruck ist es besonders in der zweiten Traubenwicklergeneration wichtig, die gesamte Aktivitätsperiode (gemeint Eiablage bzw. Raupenschlupfphase) mit den durchgeführten Pflanzenschutzmaßnahmen abzudecken. Ist der Befallsdruck jedoch eher gering, kann es ausreichen, sich bei der Sauerwurmbehandlung auf die Höhepunkte der Eiablage oder des Raupenschlupfs (je nach Wirkungsweise der eingesetzten Pflanzenschutzmittel) zu konzentrieren. Auch dafür bietet Wickler-Watch die notwendigen Informationen über den Verlauf von Eiablage und Raupenschlupf. Die Entscheidung über die zu wählende Behandlungsintensität liegt beim Winzer Wichtig für den Erfolg der Traubenwicklerbehandlung ist die richtige Terminisierung. In ausgedehnten Versuchen konnte die AGES zeigen, dass prinzipiell bei richtigem Einsatz mit allen in Österreich für den Traubenwickler amtlich zugelassenen Pflanzenschutzmitteln eine erfolgreiche Behandlung auch bei hohem Befallsdruck möglich ist! Wirkungsmechanismen und Präparate: Ovizid:
ovizide Spritzfolge:
Zu Beginn der Eiablage erfolgt eine 1. Behandlung. Hält die Eiablageaktivität an (besonders bei Verzögerungen durch kühlere Witterungsbedingungen) so ist eine weitere Behandlung nach spätestens 14 Tagen durchzuführen. Erfolgt die erste Behandlung nach Eiablagebeginn, so werden die bereits abgelegten Eier nicht mehr erfasst (Eier werden mit einer vor Umwelteinflüssen schützenden Sekretschicht überzogen).Beschreibung des Prinzips:
Dieses Präparat wirkt auf die Traubenwicklereier, bei sachgerechter Anwendung sterben die Eier ab, die Entwicklung zur Raupe wird dadurch verhindert.![]() ![]() Larvizid:
larvizide Spritzfolge:
Zu Beginn des Raupenschlupfs erfolgt eine 1. Behandlung mit einem der oben angeführten Präparate. Je nach Wirkungsdauer der Präparate sind ein bis zwei weitere Beahndlungen bei anhaltendem Raupenschlupf notwendig. Ein Wirkstoffwechsel zwischen den einzelnen Spritzungen ist möglich und aus Gründen eines Antiresistenzmanagements auch sinnvoll.Beschreibung des Prinzips:
Diese Präparate wirken auf die jungen frischgeschlüpften Traubenwicklerraupen, bei sachgerechter Anwendung stellen die Raupen nach einem kurzen Fraß die Fraßtätigkeit ein und sterben in Folge der Nahrungs- bzw. Kontaktgiftwirkung ab.![]() ![]() Kombinationsstrategie:
Kombinaion eines larviziden Präparates mit einem oviziden Pflanzenschutzmittel.
Kombinierte Spritzung:
Zu Beginn des Raupenschlupfs erfolgt eine einzige gezielte Behandlung mit einer der oben angeführten Mischungen. Die ab diesem Zeitpunkt aus den bereits abgelegten Eiern schlüpfenden Raupen werden von der larviziden Komponente, die zu diesem Zeitpunkt noch anhaltende Eiablage von der oviziden Komponente dieser Behandlung erfasst. Diese Maßnahme eignet sich besonders zur Bekämpfung der 2. Traubenwicklergeneration. Die in der Regel wärmeren Temperaturen zu diesem Zeitpunkt führen zu einem rascheren Ablauf der Traubenwicklerentwicklung, die einzelnen Präparate verfügen dadurch über eine ausreichende Wirkungsdauer.Bei dieser Kombination werden zwei verschiedene Wirkungsmechanismen eingesetzt, dies wirkt einer allfälligen Resistenzbildung entgegen. ![]() ![]() |